Archiv | September 2015

Flüchtlingsflut bringt Welle des Mitgefühls

Heute möchte ich meine Erfahrungen im August 2015 teilen, die ich auf dem LaGeSo-Gelände (Landesamt für Gesundheit und Soziales) in Berlin Moabit gemacht habe. Ich bin Moabiterin und habe mich im Mai der Bürgerinitiative „Moabit hilft!“ angeschlossen. Bis dahin bestand unsere Aufgabe darin, Geflüchteten bei den Ämtern zu unterstützen, Dolmetscher zu vermitteln, sie in den Notunterkünften zu betreuen und sie zum Arzt zu begleiten oder ihnen bei der Wohnungssuche und deren Einrichtung zu helfen. Es wurden Veranstaltungen initiiert, Spenden gesammelt und umverteilt. Wir hatten den Eindruck, es ist unendlich viel zu tun und es sind zu wenig Leute dafür da. Uns war allen klar, die Situation würde sich zuspitzen und wir waren sehr hilflos in Anbetracht der Tatsache, dass von der Bundesregierung und vom Berliner Senat nachhaltig weg geschaut wurde.

Ein Damm bricht!

Dann passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte. Noch heute, während ich das schreibe, tränen meine Augen. Diana Henniges die Initiatorin von „Moabit hilft!“ postete einen Aufruf auf Facebook und wies darauf hin, dass beim LaGeSo hunderte von Geflüchteten tagelang bei größter Hitze ohne Trinkwasser, Essen und ärztlicher Versorgung obdachlos ausharrten, um registriert zu werden.

WP_20150818_14_01_18_RawUnd jetzt kommt der Teil wofür ich Berlin und insbesondere Moabit so liebe: ein Sturm brach los. Kein Sturm der Empörung und des Lamentierens – nein!

Hunderte von Hilfsangeboten täglich!

Da ich vorübergehend die Aufgabe übernommen hatte, die Mails und die Nachrichten von „Moabit hilft!“ zu sichten und zu beantworten, bin ich wahrscheinlich einer der Menschen, die bezeugen können, was für ein Sturm des Mitgefühls und des Helfens wortwörtlich losbrach. Es gab kein Halten mehr. Alle schienen darauf gewartet zu haben, endlich etwas tun zu können, helfend einzugreifen, nicht mehr tatenlos da stehen zu müssen. Wir durften täglich hunderte von den wunderbarsten Hilfsangeboten entgegen nehmen und koordinieren. So oft musste ich kurz inne halten, weil mir vor Rührung die Luft weg blieb. Die meisten Mails hatten die klare Aussage: „Ich will helfen! Ich bin mir für nichts zu schade! Ich sammle auch gerne Müll und putze die Klos! Ganz egal, setzt mich einfach ein wofür ihr mich braucht.“ Andere boten sich als Dolmetscher an und halfen, wenn gerade nichts zu übersetzten war. Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen kamen in ihrer Freizeit auf das Gelände und organisierten sich zu einer wunderbaren Truppe, die einige Katastrophen verhindern und körperliches Leid lindern konnte.
Apotheker spendeten dringend benötigte Medikamente. Aber das war nicht genug. Es kamen auch unzählige Helfer einfach so vorbei, brachten Essen und Sachen für Menschen, die nichts mehr hatten, außer das, was sie am Leib trugen. Wer keine Zeit hatte, spendete Geld, wer kein Geld hatte, spendete Zeit und wer beides nicht hatte, brachte SachsWP_20150824_14_53_52_Propenden vorbei. Leute stellten sich und ihre Autos zur Verfügung und so konnten die unzähligen Spenden auch auf andere Notunterkünfte verteilt werden. In stundenlangen Nachtaktionen wurden in neu eröffneten Notunterkünften Betten aufgebaut und Hilfsgüter herangeschafft. Die Freifunker haben damit begonnen, die verschiedenen
Gelände der Notunterkünfte und des LaGeSo mit WLAN zu versorgen.

Wir machen das Beste aus der Krise!

Die IS hatte die von ihnen verfolgten Menschen zu uns getrieben, um uns zu terrorisieren. Bekommen haben wir die Erkenntnis und das Erleben von Mitgefühlt und Zusammenhalt. Klar gibt es auch die Störer und Verhinderer aber es Zeigt sich in diesen Tagen, dass sie in einer kleinen Minderheit sind und es täglich schwerer haben, sich Gehör zu verschaffen. Stetig wird mehr und mehr sichtbar, dass Deutschland sich dazu entschlossen hat, das Beste aus dieser Krise zu machen und jeden Tag dazu lernt.

Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt!

Oftmals merkte ich an den Mails die tiefe Ergriffenheit, wenn mir Leute schrieben, die tags zuvor sich persönlich von der Situation beim LaGeSo überzeugt hatten. Sie konnten offensichtlich die Nacht darauf nicht schlafen und haben sich unglaublich hilfreiche Ideen einfallen lassen, die sie nun mit uns teilten. Diese Flut von Hilfsbereitschaft, die in diesen Mails und auf dem Gelände zu spüren war und ist, wird mir für Jahre das Herz erwärmen.

DSCF9482Marco Bulla ist einer von diesen Menschen, die mich täglich hinreißen. Geht man auf sein Face-Book Profil, sieht man Posts von Sport, Freizeit, veganer Ernährung, Urlaub, Familie. Das ändert sich schlagartig am 11. August, denn: „Ich fühle mich vom hilflosen Hinschauen extrem gestört“, schreibt er und ruft dazu auf, ihm Geld zu spenden, damit er – und das macht er seither täglich – Essen und andere Sachen für die Geflüchteten vom LaGeSo im Wert von mehreren hundert Euro ein
kaufen kann. Er ist eine große Stütze für „Moabit hilft!“ und dabei auch noch ein gute Laune Bringer ganz besonderer Klasse. Täglich postet er den Spendenstand und dokumentiert mit Fotos was er einkauft. Seine Texte sind so mitreißend und ansteckend, dass der Spendenstand am 8. September – exakt vier Wochen nach Beginn seiner Aktion – über 20.000 € steht. Dieser Mann scheint nicht müde zu werden und wurde bereits zur „Shopping-Queen“ ernannt. Mittlerweile hat er schon die Einkäufer im Supermarkt auf seiner Seite, die Sonderbestellungen an ihre Lieferanten absetzen, damit immer genug Müsliriegel, etc. vorrätig sind. Die Sachen werden eigens für ihn im Vorratslager gebunkert. Wenn es mit den Helfern und den prall gefüllten Einkaufswagen ans Bezahlen geht, wird extra eine Kasse für ihn geöffnet. Wer sich, wie so viele andere, seinem Charme und seinem Schwung nicht entziehen kann und wild auf seine täglichen Berichte ist, kann sein Geld zur Unterstützung dieses wunderbaren Phänomens los werden, in dem er ihm auf Facebook oder an mailto:marco.bulla@posteo.de eine Nachricht schreibt.

Niemand soll hungern!WP_20150814_08_14_38_Pro

Viele haben es mitverfolgt: das Veterinärsamt befand die Räumlichkeiten im „legendären Haus R“ für nicht sauber genug, um Stullen für die Wartenden zu schmieren. Wir wurden gezwungen, bereits zubereitetes Essen weg zu werfen, statt es den hungernden Menschen zu geben. Das war der Tag an dem einige der Helfer weinten vor Fassungslosigkeit. Doch der Berliner lässt sich ja bekanntlich nicht unterkriegen und so kam es, dass innerhalb einer Stunde ein Plan B für den nächsten Tag stand. Wolfgang, den ich bis dahin noch nicht kannte, meldete sichund meinte, er hätte die ganze Zeit mitgelesen und nun reicht es ihm. Er könne uns zu morgen einen Imbisswagen mit Veterinärszulassung besorgen und würde für uns mit einem Freund kochen. Gesagt, getan. Morgens früh stand unser kleines Prachtstück da und wir konnten nur denjenigen danken, die die besagte anonyme Anzeige beim Veterinärsamt gegen unsere Versorgung erstattet hatten, denn wir konnten so wesentlich mehr Menschen satt bekommen. Aber das war nicht genug.

WP_20150818_13_45_06_RawAndré kam vorbei – er ist der Herrscher über einen 18 Meter Film-Cateringtruck, den er uns für zwei Wochen samt vier Köchen und Pipapo auf den Platz gestellt hat. Und was für Kerle, diese Köche waren: wild entschlossen schwangen sie ihre Kochlöffel mit der Mission, so viele Menschen wie möglich satt zu machen. Die Kosten dafür hat André über Fundraising in der Filmbranche finanziert. Herbert Grönemeier beispielsweise hat es sich nicht nehmen lassen, neben vielen anderen großzügigen Spendern eine größere Summe bei zu tragen. Die Zutaten für das Essen wurde aus Geldspenden für „Moabit hilft!“ finanziert. Hätte das nicht funktioniert, hatten sich bereits Restaurantbesitzer aus der Umgebung zusammengetan und beschlossen, das Essen für die Geflüchteten in ihren Küchen zuzubereiten. Es bildeten sich Einkaufstrupps, wir hatten ein Food-Lager und einen Non-Food-Bereich

Es wurden unzählige von Spenden vorbei gebracht, die wir entweder verteilen durften oder die die Spender selbst verteilt haben. Viele von den Helfern, die ein Mal da gewesen waren, kamen, wenn sie es einrichten konnten, am nächsten Tag wieder. Das waren keine 8-Stunden-Schichten sondern 16-Stunden Arbeitstage und niemand wurde müde! Endlich war unser Überfluss, den wir oft beklagen und nicht zu schätzen wissen, für etwas nütze!

Was wurde erreicht?

WP_20150818_14_13_56_RawDas Rote Kreuz sollte dann die Organisation übernehmen, was dringend nötig gewesen wäre, denn es war klar, wir konnten diese Hilfe nur begrenzt leisten, mussten wir doch alle wieder in unser normales Leben zurück. Leider schien die Aufgabe dem Roten Kreuz zu groß. Glücklicherweise sprang die Caritas ein und wir durften auch dort unerschrockene und wunderbare Menschen kennen lernen. Schnell entwickelte sich ein schönes Miteinander. Aber auch hier herrscht noch großer Bedarf an Unterstützung, diese Mega-Aufgabe zu bewältigen. Noch immer sind täglich viele ehrenamtliche Helfer von „Moabit hilft!“ vor Ort, die Essen verteilen und den Platz sauber halten. Die Kinder werden betreut, die Ärzte konnten von einem Zelt, das man kaum Zelt nennen konnte (s.o.), in ein kleines Gebäude umziehen, es gibt genügend Wasser auf dem Gelände, nun gibt es ein paar Toiletten mehr, es wurden weitere Notunterkünfte eingerichtet und die Spenden auf die verschiedenen Standorte verteilt. Um die angespannte Situation vor dem LaGeSo zu entlasten, wurden mobile Einheiten für die Registrierung der Geflüchteten organisiert.WP_20150818_14_41_42_Raw

Wie geht es weiter?

Leider kann ich hier nicht schreiben: Ende gut alles gut, denn auch wenn wir viel erreichen konnten, stehen unsere neuen Mitbürger mit nichts da. Es kommt der Winter. Es wird kalt und nass und es werden noch viele Flüchtlinge ihren Weg zu uns finden. Aktuell laufen hunderte in Ungarn gestrandete Syrier auf der Autobahn von Ungarn nach Österreich. Nachts schlafen die Neuankömmlinge vor dem LaGeSo-Gelände auf der Straße und in Parks. Eine Nachtschicht, bestehend aus jungen engagierten Berlinern, tritt jede Nacht an, um die Neuankömmlinge zu begrüßen und um ihnen wenigstens heißen Tee, ein paar Decken und eine Kleinigkeit zu beißen anzubieten. Andere Unterstützer fahren mit ihren Autos vor und nehmen Ankömmlinge mit nach Hause, versorgen sie mit Essen, lassen sie duschen und zaubern einen sicheren Platz zum Schlafen für sie – ganz selbstverständlich als sei es das Normalste auf der Welt. Dennoch bleiben zu viele dort zurück. IMG-20150824-WA0001

Die Schule fängt nach den Ferien wieder an und es müssen viele Kinder mit Schulmaterial und Ranzen ausgestattet werden. Die Erstklässler sollen, wie alle andern auch, eine Schultüte bekommen.

Anderen helfen ist gut und tut gut!

Falls sich nun jemand fragt, ob er nicht auch etwas dazu beitragen kann, so möchte ich jeden dazu ermutigen. Ich hoffe, ich darf das so schreiben: Ich habe in der ganzen Zeit nicht einen Helfer gesehen, der seinen Einsatz bereut hätte. Wenn wir jemandem helfen, der in Not ist, dann tun wir das nur zu einem kleinen Teil für den anderen und zu einem großen Teil für uns selbst. So zumindest interpretiere ich das Strahlen der ganzen Helfer nach einem intensiven und langen Einsatz da wo es nötig ist. Auch wenn die Geflüchteten unsere Hilfe manchmal nicht einordnen können und nicht wissen, wie ihnen geschieht, weil sie einfach nur erschöpft, hungrig und verzweifelt sind, habe ich erfahren, dass viele von ihnen für uns beten, weil wir ihnen helfen. Diese Kraft bringen sie noch auf obwohl sie alles zurücklassen mussten. Sie haben Familienmitglieder auf der Flucht vor Terror, Folter und sicherem Tod verloren, wurden ausgeraubt und fielen Schlepperbanden in die Hände. Teilweise sind sie schon seit Jahren auf der Flucht. Sie harrten oft in Lagern in den Nachbarländern ihrer Heimat aus, in der Hoffnung, bald wieder zurückkehren zu können. Doch in den letzten Wochen und Monaten wurde klar, dass sich durch die IS die Situation so verschlimmert hat, dass sie sich gezwungen fühlen, nach Europa zu emigrieren. Sie kommen keineswegs freiwillig zu uns.

Hier könnt ihr euch orientieren, wenn ihr in Berlin helfen möchtet:

http://www.berlin-hilft-lageso.de

Unsere Welt verändert sich

Während ich hier nur einen kleinen Ausschnitt davon aufschreibe, was ich erlebt habe und was ein noch viel kleinerer Bruchteil davon ist, was unzählige Helfer täglich leisten, um Grenzen zu überschreiten, damit sich mehr Menschlichkeit und Mitgefühl einen guten Platz auf dieser Welt verschaffen, geht durch die Presse, dass gegen Till Schweiger wegen Volksverhetzung ermittelt wird, denn er hatte öffentlich verlauten lassen, was er über die rechtsradikalen Tendenzen in diesem Land denkt. Es ist zu lesen, dass die Anzeige keinen Erfolg haben wird. Aber auch hier wird es so sein, wie mit der „anonymen“ Anzeige gegen „Moabit hilft!“ damit das Veterinärsamt uns im Haus R auf dem LaGeSo-Gelände untersagt, die Menschen weiter mit Essen zu versorgen: Es wird noch mehr gute Kräfte auf den Plan rufen. Die Bewegung der Menschlichkeit wird sich nicht mehr stoppen lassen.

Konkret:

11951807_10205887660888391_1263966721822587838_nKlickt auf den Button, wenn ihr bei #bloggerfuerfluechtlinge mitmachen wollt. Hier findet ihr unzählige Initiativen, denen ihr euch anschließen könnt.

Beispielsweise: http://christmas4refugees.jimdo.com

n-tv hat einen schönen Artikel darüber veröffentlicht. http://www.n-tv.de/panorama/Vom-guten-Gefuehl-willkommen-zu-heissen-article15862061.html

Ihr könnt auch den Song „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten in den Charts nach oben treiben. Alle Einnahmen werden für Geflüchtete gespendet: http://www.tonspion.de/neues/neueste/6142998?utm_content=buffer38368&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

Meinen Text habe ich auf Grund der Initiative von #bloggerfuerfluechtlinge geschrieben und veröffentlicht.

Eva Terhorst, September 2015

Fotos: Andree Obiora, Marco Bulla, Eva Terhorst

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Wie kann professionelle Trauerbegleitung helfen?

In unserer Gesellschaft hat Trauer wenig Platz. Diejenigen, die es betrifft, machen diesen Prozess weitgehend alleine durch, da ihnen über Beileidswünsche hinaus oft wenig Unterstützung und Beistand im Familien- und Freundeskreis zu Teil wird. Das hat unter Umständen damit zu tun, dass Freunde und Verwandte sich hilflos fühlen und Sorge haben, Fehler zu begehen.

Die meisten von uns wissen nicht, was Trauer ist und wie sie wirkt. Hinzu kommt, dass Trauer bei jedem Menschen ganz individuell und daher unterschiedlich verläuft. Bücher über Trauer helfen auf jeden Fall weiter, denn sie leisten in vielen Punkten Aufklärung über das, was in einem vorgeht. So kann man den Zustand, in dem man sich befindet, schon ein Stück weit besser einordnen und fühlt sich wahrscheinlich nicht mehr ganz so allein, denn man merkt, es geht auch anderen so.

Bis man aber so weit ist, Bücher darüber zu wälzen oder sich professionelle Hilfe zu holen, dauert es häufig recht lang. Manchmal nur Wochen, meistens aber mehrere Monate und Jahre. Die Vorstellung, dass die Trauer nicht so lange anhalten wird, sitzt tief und wird durch das Umfeld noch verstärkt, indem man oft und nachhaltig dazu aufgefordert wird, einfach so weiter zu machen wie vor dem Todesfall. Doch liest man beispielsweise ein Buch über Yoga, konnte man sicherlich einiges darüber erfahren, hat aber noch lange kein Yoga gemacht. Es ist ein gewaltiger Unterschied über etwas zu lesen oder es auch zu tun.

Dass das „einfach weiter machen“ aber nicht so ohne Weiteres geht, stellt sich oft nach einiger Zeit heraus. Auch fehlt häufig die Vorstellung davon, wie eine professionelle Trauerbegleitung tatsächlich helfen und wirken kann. Geht man da nur zum Heulen hin? Schließlich möchte man nicht, dass jemand einen weinen sieht. Mit großer Wahrscheinlichkeit fließen Tränen, doch merkt man bald, dass sie nicht peinlich sind und es ein Unterschied ist, zu Hause allein zu weinen oder ob es mit jemandem geschieht, der ganz tief im Inneren versteht, um was es geht.

Es ist ja nicht nur so, dass man den Menschen vermisst, den man verloren hat. Oft hat sich das gesamte Leben schlagartig verändert und der Großteil des Freundeskreises hat sich aus Hilflosigkeit zurück gezogen. Das Gefühl des Alleingelassenseins schmerzt zu sehr und die Hoffnung, wirkungsvolle Hilfe zu erhalten schwindet von Tag zu Tag. Man fühlt sich abgeschnitten von all den anderen, die diese Situation aus eigener Erfahrung nicht kennen. In der Trauerbegleitung trifft man auf Menschen, die ähnliche Situationen aktuell durchleben oder durchlebt haben. Das ist eine ganz andere Basis für Gespräche und Veränderungen.

Je nach Bedarf und Wunsch werden in Einzel-Coachings und/oder Trauergruppen die verschiedenen Gefühle und die gesamte Situation, die der Tod eines geliebten Menschen mit sich bringt, betrachtet. Oft hat der Tod des Partners oder des Kindes verheerende Folgen für das eigene Leben. Zu glauben, damit alleine zurecht kommen zu müssen, ist nahezu fatal. Die Trauer braucht Platz, Zeit, Aufmerksamkeit und Begleitung. Doch gleichzeitig ist man zum sofortigen Handeln und Funktionieren gezwungen. Dies erfordert übermenschliche Kräfte und führt häufig zu Überforderung und folgender Depressionen. Laut Dr. Manfred Wolfersdorf, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Bayreuth, entstehen über 60 Prozent aller Depressionen aus unverarbeiteter Trauer. So mutiert Trauer oftmals von einer zunächst vorübergehenden, extrem angespannten, verzweifelten und hilflosen Verfassung zu einer Depression.

In der Trauerbegleitung findet man nicht nur ein Gegenüber und geduldige, verständnisvolle Zuhörer. Hier werden auch Hilfestellungen angeboten, die Schritt für Schritt helfen, die schwere Zeit zu durchleben und die Mut machen, das neue Leben entsprechend der eigenen Bedürfnisse und der aktuellen Situation zu gestalten. Die Trauergruppe trägt den Trauernden durch ehrliche Anteilnahme und eigene Erfahrungen mit. Freundschaften bilden sich, ein Netzwerk entsteht und man erfährt gegenseitige Begleitung, auch außerhalb der Gruppe, durch das neue Leben.

Kontakt: Eva Terhorst, info@trauerbegleiter.org, Tel: 030 399 065 58, www.trauerbegleiter.org

Was tun, wenn ein Angehöriger trauert?

Das neue Jahr begeht man gerne mit guten Vorsätzen: Abnehmen, mehr Sport, weniger Alkohol und Zigaretten. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr könnte aber auch der tiefe Wunsch sein, mehr und besser auf die Nöte des eigenen Umfelds eingehen zu können, indem man sich ein wenig mehr auch auf schwierige Themen einlässt.

In unserer Gesellschaft hat Trauer wenig Platz. Diejenigen, die es betrifft, machen diesen Prozess weitgehend alleine durch, da ihnen über Beileidswünsche hinaus oft wenig Unterstützung und Beistand im Familien- und Freundeskreis zu Teil wird. Das hat unter Umständen damit zu tun, dass Freunde und Verwandte sich hilflos fühlen und Sorge haben, Fehler zu begehen.

In der Tat befinden sich Trauernde in einer Ausnahmesituation, können sehr empfindlich reagieren und ziehen sich schnell zurück. Das hängt häufig mit ungeschickten, aus Hilflosigkeit unpassenden Kommentaren der Menschen zusammen, die es eigentlich gut meinen. Um zukünftig solchen Situationen besser gewachsen zu sein, gibt es einige sinnvolle Hilfestellungen, die jemandem, der einem Trauernden beistehen möchte, zu mehr Sicherheit verhelfen und der trauernden Person das Gefühl vermitteln, gut aufgehoben zu sein.

Zunächst ist es ganz wichtig, alle landläufigen Vorstellungen über den Umgang mit Tod und Trauer in den Hintergrund zu rücken, um sich auf die individuelle Situation und die Trauer des Betroffenen ohne Wertungen einzulassen. Das beinhaltet die Art, wie der Betroffene trauert, aber auch die Zeit, die er dafür braucht. Aufmunternd gemeinte Kommentare und Bemerkungen, wie: „Du bist doch noch jung und musst nach vorne schauen.“ und „Sei froh, dass er nicht lange gelitten hat.“, können eventuell den Prozess, in dem sich der Trauernde verschließt und zurückzieht begünstigen, weil er sich in seiner Situation nicht gesehen und sich unverstanden fühlt.

Letztendlich gilt es, der Trauer Raum und Zeit zuzugestehen und für den Trauernden da zu sein, indem man ihm einfühlsam zuhört. Statt übervorsichtig, zu forsch oder zu zurückhaltend zu reagieren, ist es wichtig, dem anderen zu sagen: „Ich wäre so gerne für dich da aber ich weiß nicht wie und ich habe Angst, etwas falsch zu machen.“ Mit solch einer offenen und ehrlichen Aussage, kann die Freundin oder das Familienmitglied oftmals viel mehr anfangen, als mit hilflosem und stillem Rückzug, der oft enorm verletzend wirkt. Genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich bewirken wollte. Auf der Grundlage von Offenheit und Ehrlichkeit kann dann gemeinsam nach Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung gesucht werden.

Gehört man zu den eher ungeübten Zuhörern, bleiben noch viele kleine und große Alltagsdinge, die ein trauernder Mensch zu bewältigen hat. Auch hier ist Unterstützung notwendig und sehr willkommen. Nach dem Tod eines nahen Angehörigen gibt es Vieles zu regeln, wofür dem Betroffenen meist wenig Kraft zur Verfügung steht, da er den Verlust eines geliebten Menschen zu bewältigen hat. Auch hier gilt: jeder wie und was er kann. Das reicht von Auto zur Inspektion bringen, über Einkaufen, Kochen, Babysitten, bei Amtsgängen helfen, bis hin zur Autofahrt zum Arzttermin etc.

Jedem, der etwas tut, können Fehler passieren. Doch im Trauerfall einen Freund aus Hilflosigkeit alleine zu lassen, ist ein vermeidbarer Fehler.

Kontakt: Eva Terhorst, info@trauerbegleiter.org, Tel: 030 399 065 58, www.trauerbegleiter.org

Trauern bedeutet Lieben

„17 Jahre wir – Heike ist gegangen“ ein Buch von Martin Kreuels über den Tod seiner Frau, den Verarbeitungsprozess und die Liebe, die bleibt

Was kann helfen, wenn man um die geliebte Frau trauert? Wie verarbeitet man den brennenden Schmerz des unwiederbringlichen Verlustes und die Angst vor dem Alleine sein? Wie funktioniert man weiter, weil die Kinder, die ihre Mutter verloren haben, wenigstens einen Vater brauchen?

Der Austausch mit anderen Betroffenen könnte helfen. Wie haben sie alles erlebt, überlebt und vielleicht sogar verarbeitet? Auf die Schnelle jemanden zu finden, ist da nicht einfach. Martin Kreuels macht sich alternativ auf die Suche nach Büchern von Männern, die ihre Partnerin – ihre große Liebe – verloren haben und nun mit den Kindern alleine zurück geblieben sind. Er findet keine.

Schon während der langen und beschwerlichen Krankheit seiner Frau Heike, beginnt er seine Gefühle und Wahrnehmungen aufzuschreiben. Er schreibt, manchmal um nicht den Verstand zu verlieren, manchmal einfach, um die Dinge aus dem Kopf zu bekommen oder nur, um sich zu spüren, zu merken, dass das was ihm und seiner Familie passiert, real ist, kein Traum sondern echt, dieser unglaubliche nicht auszuhaltende Schmerz ist nachvollziehbar und berechtigt.

Schreiben hilft Martin und so beginnt er nach und nach Heike ein liebevolles Denkmal zu erschaffen und ein wichtiges Andenken für seine Kinder an ihre Mutter greifbar zu machen. Es entsteht ein kleiner Gedichtband „In meiner Trauer“, der nicht nur durch die authentischen Worte spüren lässt, was ihn umtreibt, ihn bewegt. Als Fotograf lässt er auch seine Bilder sprechen. Sie unterstreichen Trauer, Liebe, Sehnsucht, Angst und Verzweiflung – in schwarz weiß, schlicht und stilvoll.

Doch das reicht ihm nicht. Auch die Erlebnisse um die Krebskrankheit von Heike, die den Alltag bestimmt haben, die Reaktionen des Umfeldes und die Fassungslosigkeit über dieses Schicksal lässt er zu Wort kommen. Heike hat trotz der großen Liebe und Verbundenheit zwischen ihnen beiden Dinge, die ihre Seele beschwerten, für sich behalten. Vermutlich um Martin zu schützen und um ihm aus Liebe nur ihr Bestes zu geben. So macht er sich postum auf die Suche nach ihrem Innenleben, findet ihre Tagebücher, von denen er nichts wusste und gewinnt so noch tiefere Einblicke in die Gefühlswelt seiner über alles geliebten Frau.

Unverstellt und klar schreibt Martin Kreuels nieder was ihn von all dem erreicht, was er versteht und welche Fragen offen bleiben. Er schreibt aber auch über seine Hilflosigkeit und über die Vorwürfe, die er sich macht. All das kann nichts ändern an der großen und tiefen Liebe, die diesen beiden Menschen vor 17 Jahren geschenkt wurde, auch wenn er sich nun auf den Weg macht, sein Leben schweren Herzens weiter zu führen und sich wieder für Neues zu öffnen.

Nachzulesen ist das in Martin Kreuels Buch: „17 Jahre wir – Heike ist gegangen“ Liebevolle und ehrliche Worte unterstrichen durch seine ausdrucksstarken Fotos auf glänzendem Papier von einem tief berührenden Schicksal, das viele Menschen durchleben müssen. Beide Bücher zu bestellen bei Amazon. Mehr über Martin Kreuels: http://www.fotografie-kreuels.de

Eva Terhorst, info@trauerbegleiter.org, Tel: 030 399 065 58, www.trauerbegleiter.org

Mein Kind ist vor mir gestorben

Trotz der relativ niedrigen Kindersterblichkeit sterben in Deutschland jährlich ca. 13.400 Kinder bis zu ihrem 14. Lebensjahr, Abtreibungen nicht mitgezählt. Davon sind ca. 2.700 Fälle „Stille Geburten“ (das Kind wird tot geboren), ca. 1.400 Säuglinge sterben in der ersten Woche, ca. 1.900 Kinder schaffen den ersten Monat nicht und ca. 2.900 Kinder versterben noch vor ihrem ersten Geburtstag, ca. 4.500 überleben ihre Kindheit (bis 14 Jahre) nicht. Das sind nur die Zahlen eines Jahres und unseres Landes. Versuchen wir, uns das einmal richtig vorzustellen, lässt es uns erschaudern, um so mehr, wenn wir darüber nachdenken, wie viele „verwaiste Eltern“ es auf der ganzen Welt geben mag. Ganz besonders in Ländern, in denen die Kindersterblichkeitsrate wesentlich höher liegt als bei uns.

In der Trauerbegleitung bemühen wir uns, Trauer nicht zu vergleichen und nicht den einen Verlust über den anderen zu stellen. Dennoch denke ich, sind wir uns alle einig, dass der Tod eines Kindes für Eltern den größten vorstellbaren Schmerz bedeutet. Für manche ist dieser so groß, dass sie versuchen, ihrem Kind zu folgen, andere finden, wenn überhaupt, erst nach Jahren wieder ins „Leben“ zurück. Oft hängt das auch damit zusammen, dass sie sich nicht nur durch ihr Kind allein gelassen fühlen. Häufig höre ich in Erzählungen von Betroffenen, dass Nachbarn und Bekannte sogar die Straßenseite wechseln – aus Hilflosigkeit und um den Trauernden nicht in ihrem Schmerz begegnen zu müssen. Die Angst vor dem Tod in unserer Gesellschaft ist enorm. Die Angst vor dem Tod eines Kindes nahezu unaussprechlich.

Doch wie weiter leben, wenn das Leben einen dramatisch anderen Verlauf nimmt, als es geplant war? Nimmt man weiterhin teil, so zerreißt es einem das Herz, andere Eltern über ihre Kinder sprechen zu hören oder die Kinder der anderen unbeschwert spielen zu sehen. Möchten Freunde und Bekannte Rücksicht auf diesen Schmerz nehmen, trauen sie sich bei Zusammenkünften bald kaum mehr, über das ungetrübte Familienleben zu sprechen. Es dauert meist nicht lange, bis aus Befangenheit Einladungen und Besuche ausbleiben, ja sogar jeglicher Kontakt vermieden wird.

Eine ausweglose Situation scheint sich über alle aus zu breiten. Am meisten betroffen sind natürlich die verwaisten Eltern. Für sie ist es elementar, ihr Kind lebendig zu halten, indem sie sich an die vielen kleinen Erlebnisse mit ihm erinnern und sich vorstellen, wie es wohl gewesen wäre, wenn es noch leben würde. Sie bleiben in Verbindung mit ihren Kindern. Das zarte Band, das sie verbindet, erweist sich als wesentlich stärker als erwartet. Auch damit gilt es zu lernen, umzugehen.

Neben der Erkenntnis wie wichtig es ist, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teil zu nehmen, steigt der Trend, sich Hilfe in einschlägigen Internetforen und in Trauergruppen zu suchen. Hier findet man Menschen, die wissen, was man durchmacht und wie man sich fühlt. Erinnerungen und Erlebnisse können ausgetauscht werden, ohne das Gegenüber zu belasten. Der Schmerz darf gezeigt werden. Er wird geteilt, man verleiht ihm Ausdruck, er bekommt einen Platz und erfährt Anerkennung. Das sind die wichtigsten Aspekte für die Begleitung von verwaisten Eltern – sie dürfen über ihre Situation ungehemmt sprechen und müssen sich nicht mehr damit verstecken.

Der Bundesverband Verwaiste Eltern e.V. macht viele Angebote: www.veid.de. Hier gibt es auch eine regionale Unterteilung. Denjenigen, für die kein passendes Angebot in der eigenen Region dabei ist, biete ich ein Online-Trauerseminar für verwaiste Eltern an, das überregional greift.

Kontakt: Eva Terhorst, info@trauerbegleiter.org, Tel: 030 399 065 58, www.trauerbegleiter.org

Kinder trauern anders – Erwachsene auch

Es gibt einige Modelle, die den Verlauf von Trauer aufzeigen. Dazu gehört auch das Vier-Phasen-Modell von Verena Kast. Sie können helfen, Trauer besser zu verstehen und einzuordnen und verdeutlichen den Betroffenen und Angehörigen, was auf sie zukommen kann und welchen Prozessen sie ausgesetzt sind. Das hilft, sich selbst und andere besser zu verstehen, um unterstützende Maßnahmen ergreifen zu können. Dennoch verläuft Trauer bei jedem anders – ganz besonders bei Kindern.

Trauer bei Kindern – was brauchen sie? Je nach Entwicklung und Alter ist es immer wichtig, das zu verarbeitende Ereignis, in der jeweiligen der Alterststufe angemessenen Sprache, auszudrücken. Je jünger ein Kind ist, umso mehr werden bildhafte Vergleiche verwendet. In jeder Entwicklungsstufe eines Kindes ist es aber wichtig, dass dem Kind die Wahrheit gesagt wird. Selbst Suizid sollte nicht als Krankheit oder Unfall vertuscht werden. Beliebt, aber wenig hilfreich sind Vergleiche wie „Oma ist im Himmel“, „Papa schläft für immer“, „Opa liegt auf dem Friedhof“ oder „Mama ist verreist“. Schwierig bei diesen Beispielen ist, dass sie alle die Wahrheit verschleiern. Die geliebte Person ist verstorben, sie wird nicht mehr aufwachen und auch von keiner Reise mehr zurück kehren. Wenn dann noch die Oma dem Enkel erklärt, der Opa liegt auf dem Friedhof jedoch die Mutter als Ort den Himmel wählt, ist es für das Kind ganz und gar verwirrend. Es realisiert nicht, dass dieser Mensch gestorben ist und auch nicht wo er sich nun befindet, bzw. dass wir zwischen Körper und Seele unterscheiden.

Über das Thema Tod gibt es mittlerweile gute Bücher, die mit einfachen Bildern und einfühlsamen Texten Kindern den Tod nachvollziehbarer machen. Wichtig ist es, die Erzieher und Lehrer der Kinder zu informieren, wenn ein nahes Familienmitglied verstorben ist. So kann die womöglich veränderte Stimmungslage des Kindes eingeordnet und darauf eingegangen werden. Kinder brauchen die Wahrheit und Fakten kindgerecht. Sie suchen weniger als Erwachsene das Gespräch. Es ist aber wichtig, dass ihnen signalisiert wird, dass man jederzeit für Fragen und Gespräche offen ist. Kinder kehren schnell zu ihrem Spiel zurück, daher geht ihre Trauer oft unbemerkt unter. Um das zu vermeiden, kann mit ihnen überlegt werden, was sie dem Opa gerne noch mit in den Sarg legen, ob sie eine Kerze gestalten oder einen Brief schreiben möchten. Eine für Eltern schwierige Entscheidung ist oft, das Kind den Leichnam noch einmal sehen zu lassen. Wenn ein Kind diesen Wunsch äußert, sollte diesem unbedingt nachgekommen werden. Das ist wichtig für die Verarbeitung des Todes des geliebten Menschen. Diese Punkte gehören ganz klar zu den Rechten, die Kinder haben und bei denen nicht einfach über ihren Kopf hinweg entschieden werden soll.

Wenn ein Elternteil stirbt, so hinterlässt es beim Kind eine riesige Lücke, die nicht mehr gefüllt werden kann. Liebe, Nähe, Schutz und Zärtlichkeiten fallen oft von heute auf morgen weg. Eine Extremsituation in der Kinder sich zurückziehen oder auch mit Wut und Verzweiflung reagieren. Wichtig ist, über den Verstorbenen zu sprechen, die Einzelheiten des Todes zu klären, ein Fotoalbum anzulegen, Filme zusammen zu schneiden, Geschichten und Erinnerungen an ihn zu sammeln und zu teilen, Rituale aufrecht zu erhalten. Um den Elternteil, der noch lebt und ebenfalls sehr traurig ist, nicht noch zusätzlich zu belasten, tendieren Kinder oftmals dazu, ihre Trauer nicht zu zeigen und sie zu verdrängen. Der trauernde Erwachsene weint ebenfalls nicht vor dem Kind, um dieses ebenso nicht zu belasten. So erscheint Trauer als etwas, das man nicht zeigen darf und die so notwendigen und entlastenden Tränen werden unterdrückt und versiegen. Dass die Freunde der Kinder meistens nicht nachvollziehen können, was ihr Freund, ihre Freundin durchmacht, erschwert die Situation zusätzlich. Daher kann es ausgesprochen hilfreich sein, wenn sie in Kindertrauergruppen auf Gleichaltrige treffen, die Ähnliches zu verarbeiten haben. So wird auch Kindern die Möglichkeit eröffnet, ihren Schmerz angemessen zu verarbeiten und ihre Trauer zu etwas wandeln, was sie stärker und erfahrener auf ihrem weiteren Lebensweg macht.

Kontakt: Eva Terhorst, info@trauerbegleiter.org, Tel: 030 399 065 58, www.trauerbegleiter.org