Adventskalender für Trauernde 7. Dezember 2017

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Cartoonist Phil Hubbe

Wer mich kennt, weiß, dass ich Menschen, die Zeichnen können, glühend beneide. Gestern durfte ich Phil Hubbe, der sich selbst als Behinderten-Zeichner betitelt, kennenlernen und für meine Sendung „Sag doch mal, was hilft, wenn es weh tut“ fürs Trauer-Radio zu interviewen.

Natürlich möchte er nicht über seine MS-Erkrankung definiert werden aber auf sie und auf Menschen mit anderen Behinderungen durchaus aufmerksam machen und sich dafür einsetzen. Das gelingt ihm auf leichte Art durch seine einzigartigen Karikaturen. Beeindruckend und damit für jeden von uns, betroffen oder nicht, Mut machend, unseren eigenen Weg zu gehen, auch wenn nicht immer alles gradlinig verläuft, ist seine Geschichte und sein Umgang damit.

Er kommt aus Magdeburg und ist mein Jahrgang. Früh bekommt er die Diagnose „MS“ und es wird ihm empfohlen, seine angedachte Karriere als Zeichner gleich mal wieder in den Sand zu setzen. Zum Glück hat ihm seine innere Stimme etwas anderes geraten. So ist er heute sehr gefragt in seinem Job und kann gut davon leben. Mit seiner damaligen Freundin und jetzigen Frau hat er eine bereits erwachsene Tochter, die sehr stolz auf ihren zeichnenden Vater ist.

Ich treffe ihn auf einem Event der Deutschen und Österreichischen Bahn in Berlin, denn er macht nicht nur jedes Jahr einen Handicap-Kalender, der für dieses Jahr bereits vergriffen ist, bringt Bücher heraus, zeichnet mit viel Freude politische Karikaturen für Zeitschriften – nein, er zeichnet auch noch jedes Jahr einen eigenen Kalender für die Deutsche und Österreichische Bahn mit witzigen und mehr oder weniger deutlichen Anspielungen auf die Probleme, die Menschen mit Behinderungen im Nah- und Fernverkehr haben können. Dieser Tage treffen sich Menschen mit Behinderungen, die für die Deutsche und Österreichische Bahn arbeiten und Gewerkschaftler zu einer Tagung zum Thema „Handicap“.

Was auffällt: Die Stimmung ist sehr offen und nett, geradezu herzlich und obwohl ich dort eigentlich nichts verloren habe, fühle ich mich vom ersten Moment an sehr willkommen. Seit einiger Zeit habe ich mit dem Gehen Probleme und hier schaut mich keiner fragend an, wenn ich sage, dass ich nicht so lange stehen kann. Eine wahre Wohltat! Phil ist hier, um seinen Kalender für die Tagungsteilnehmer zu signieren. Ich darf dabei sitzen und bekomme auch einen geschenkt und signiert, den ich heute hier an euch verlosen darf.

Damit ihr Phil noch ein wenig besser kennen lernt, verlinke ich euch einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung: „Kein Humor bedeutet auch Ausgrenzung“ und einen schönen Film-Beitrag vom MDR: „Anders normal“ über ihn. In beiden Fällen wird betont, wie grummelig Phil rüber kommt, obwohl es von ihm gar nicht so gemeint ist. Im Interview erzählt er mir auch davon aber ich kann über diese wohl „legendäre“ Grummeligkeit gar nichts sagen, denn ich bekomme sie nicht mit. Vielleicht habe ich einen guten Tag erwischt oder seine gradlinige Freundlichkeit hat einfach auch etwas Entspannendes und sehr Natürliches für mich. Hier wird sich nicht dargestellt, es fühlt sich alles unverfälscht und trotzdem oder gerade deswegen außergewöhnlich an. Ein Tag, den ich als gut genutzt empfinde, eine Begegnung, die mir sehr gut gefallen hat und die hoffentlich nicht die letzte war.

Wer den Kalender für 2018 im A4-Format gewinnen möchte, den Phil gestern extra dafür signiert hat, der mailt mir bitte an: info@trauerbegleiter.org mit dem Betreff: „Handicap“ und mit der Adresse, wo er hingehen soll.

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