Buchempfehlung: „Es ist okay, wenn du traurig bist“ von Megan Devine

41L6t4405sL._SX327_BO1,204,203,200_In den Seminaren, Einzelsitzungen und in meinen eigenen Erfahrungen häuften und häufen sich die oft schwierigen Begegnungen mit Freunden, Angehörigen, ArbeitskollegInnen und Nachbarn, deren Reaktionen teilweise schwer zu verdauen sind. Ina, eine der Teilnehmerinnen meines Trauer-Online-Seminares hat zu diesem Thema das Buch „Es ist okay, wenn du traurig bist“ entdeckt und für uns eine kleine Rezension geschrieben, die ich hier veröffentlichen darf. Danke, liebe Ina!

Den Tipp für das Buch hat Ina übrigens vom Podcast Ende gut. Folge #3, den ihr auch beim Trauer-Radio hören könnt. 

Megan Devine „Es ist ok, wenn du traurig bist“ – Warum Trauer ein wichtiges Gefühl ist und wie wir lernen, weiterzumachen.

Viele Trauernde kennen das Gefühl: man sitzt unter Verwandten oder Freunden. Der geliebte Mensch ist nicht mehr da und fehlt unendlich. Alle sind zur Tagesordnung übergegangen. Für uns Trauernde gibt es keine Tagesordnung mehr. Tränen steigen auf. Wir bekommen Trostworte und Ratschläge. Was wir tun könnten, damit es uns besser geht.

Die Trostworte und Ratschläge hören sich falsch an, kommen bei uns nicht an. Wir fühlen uns einsam und verletzt. Zusätzlich zu all den Schmerzen über den Verlust unseres geliebten Menschen. Wir fühlen uns nicht wahrgenommen in unserer schmerzvollen Realität. Wir sollen nach vorn schauen. Wo ist vorn, in einem tiefen, schwarzen Loch?

Megan Devine erklärt, woher dieser scheinbar unüberwindbare Abgrund zwischen Trauernden und Nichttrauernden kommt. Das Buch hilft, den Umgang vieler Nichttrauernder mit Trauer als das zu verstehen, was es ist: Hilflosigkeit. Wir haben nicht gelernt, gut mit Trauer umzugehen. Wir halten den Schmerz, den uns Trauernde spiegeln, nicht aus.

Megan Devine zeigt in ihrem Buch, warum aufmunternde Sätze und gut gemeinte Ratschläge so verletzend wirken können. Warum man sich so hilflos und verloren unter Nichttrauernden fühlt. Und was man als Trauernder tun kann, um seinen persönlichen Trauerweg zu finden und zu gehen.  Trauer als einen natürlichen Prozess anzunehmen, der weder abgekürzt, beschleunigt, noch weggetröstet werden kann. Trauer nicht länger als etwas Schreckliches zu sehen, das überwunden werden muss.

Ein – zugegeben – teilweise radikaler Ansatz.  Trauer folgt auf Liebe. Ein Perspektivwechsel, der sich lohnt. Für Trauernde und Nichttrauernde.

 

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