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„Auf dem Weg“ – mein neuer Blog

Wer meine Homepage „Trauerbegleiter.org“ aufsucht, bemerkt gleich, dass sie sich verändert hat. Ich bin mit ihr nach WordPress umgezogen und habe auch gleich ein neues Newsletter-Magazin und einen neuen Blog entwickelt. Beide heißen „Auf dem Weg“. Dieser Blog hier bleibt bestehen, wird aber nicht mehr frisch bestückt. Weiter geht es hier…

Was machen TrauerbegleiterInnen eigentlich in ihrer Freizeit? Teil 3 – Katy Bieber

Trauer ist Bewegung – genau diesen Ansatz verfolgt Katrin Biber mit Ihrem einzigartigen Training SeelenSport. Körper und Geist stärken und Gefühle mit Bewegungen leben und verarbeiten.

Nach dem grausamen Mord an ihrer Schwester Larissa hat sich Katrin zurück ins Leben gekämpft und unterstützt seitdem Menschen auf Ihrem Trauerweg. Mit dem Buch „Larissas Vermächtnis“ hat sie diese schwere und emotionale Zeit aufgearbeitet und stellt nun mit ihrem zweiten neuen Buch SeelenSport ihr einmaliges Bewegungskonzept für Körper und Seele vor. 

Dort zeigt Sie auf spielerische Art, wie Menschen in Trauer und Verlusten ihren Gefühlen begegnen können und sich Bewegung positiv auf Körper und Psyche auswirken kann.

Mit ihrem Seelenlauf, der einmal jährlich am Geburtstag ihrer Schwester stattfindet, positioniert sie sich für eine offene Begegnung mit Trauer in unserer Gesellschaft und setzt sich gegen Gewalt an Frauen ein. Ob im Laufen, Walken oder gehen, kann jede*r online oder vor Ort teilnehmen und so viele Runden laufen, wie sie*er möchte. Der Lauf findet in Verbindung mit einer Spendenaktion statt, bei dem der gesamte Erlös an das Frauenhaus Tirol geht.

Katy hat mir ein Interview fürs Trauer-Radio gegeben. „Sag doch mal, was hilft, wenn es weht tut“ Episode 10 – Klick!

Psychologie Heute compact zum Thema: Trauer und Verlust

In der aktuellen Psychologie Heute compact, die Anfang März 2021 erschienen ist, wurde ich auf den Seiten 84 und 85 aus dem Buch „Kinder in der Trauer“ zitiert, was mich natürlich sehr gefreut hat. Das ganze Magazin ist selbstverständlich lesenswert aber den Artikel könnt ihr sehr gerne gleich hier und jetzt lesen. Einfach anklicken und etwas ran-zoomen.

TV-Tipp: Verborgene Schönheit

Als ich den Film das erste Mal gesehen habe, war ich erstaunt, wie einfühlsam mit dem Thema Tod und Trauer umgegangen wird. Die Suche nach einem so großen Verlust nach Heilung und Frieden treibt alle, die so einen Schicksalsschlag erlebt haben, an. „Verborgene Schönheit“ bietet eine hilfreiche Anregung auf dem Weg der Trauerarbeit und läuft kommenden Samstag, 6. März 2021 um 20.15 Uhr auf Pro7 und ein unerwartete Wendung am Ende.

Aus Wikipedia: Der in New York lebende Werbefachmann Howard Inlet befindet sich in einer tiefen Depression, nachdem er seine kleine Tochter verloren hat. Dies lässt ihm sein Leben immer unerträglicher erscheinen. Er schreibt leidenschaftliche Briefe an den Tod, die Zeit und die Liebe. Seine Freunde und Arbeitskollegen machen sich Sorgen und versuchen, ihn mit einer ungewöhnlichen „Therapie“ wieder aufzubauen. Drei Menschen übernehmen stellvertretend die schauspielerische Darstellung des Todes, der Zeit und der Liebe, die Howard direkt entgegentreten und ihm Antwort geben.

Was machen TrauerbegleiterInnen eigentlich in ihrer Freizeit? Teil 2 – Kerstin Haß

Im 2. Teil meiner Serie „Was machen TrauerbegleiterInnen eigentlich in ihrer Freizeit?„, stelle ich euch Kerstin Haß aus Potsdam vor. Sie ist Kunsttherapeutin mit Schwerpunkt Trauma, Trauerbegleiterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Bei ihrem besonderen Projekt dreht sich alles darum, mit Geflüchteten, die unglaubliche Traumata im Gepäck haben, mithilfe der Kunsttherapie schwere Erlebnisse sanft und schrittweise zu verarbeiten. Dafür hat sie mit ihrem Mann den Verein „Shift e.V.“ gegründet. Und das kam so:

Alles begann mit einem Traum, den sie 2015 hatte, als die ersten Nachrichten von Geflüchteten auf Booten im Mittelmeer durch die Presse gingen. „In meinem Traum gehe ich mit einer weiteren Person durch eine Stadt. Ich sehe auf der Straße eine geflüchtete Frau mit einem Kind sitzen. Sie hält mir die Hand entgegen, damit ich ihr etwas gebe. Doch ich gehe vorbei, weil ich denke, dass ich ihr nichts geben kann, die Frau ist in Sicherheit, hier in Deutschland. Das Land wird sich kümmern. Die Person, die mich begleitet, führt mich ein zweites Mal an dieser Situation vorbei. Wieder sehe ich die geflüchtete Frau auf der Straße sitzen. Sie hat ein Kind auf dem Schoß und ich sehe, dass dieses Kind vor Hunger schreit. Doch wieder denke ich, dass ich mich nicht kümmern muss. Nicht mein Job. Deutschland versorgt die Menschen, die aus anderen Ländern geflohen sind. Und ich gehe wieder daran vorbei. Ein drittes Mal werde ich an dieser Situation vorbei geführt. Dieses Mal erkenne ich, dass das Einzige, was die geflüchtete Frau dem Kind zu essen geben kann, ein Stein ist. Das berührt mich so sehr in meinem Traum, dass ich anfange zu weinen. Davon werde ich wach.
Ich beginne zu überlegen, was dieser „Stein“ bedeuten kann. Die Menschen, die aus anderen Ländern fliehen mussten, haben so viel Schreckliches erlebt. Traumata und viele Verluste. Diese Menschen zu unterstützen, bedeutet, ihnen Hilfe anzubieten, damit sie mehr als nur „Steine“ ihren Kindern weitergeben können.“

2016 hatte sie dann die Möglichkeit mit einer NGO für einen Kurzeinsatz in den Irak zu gehen, um dort kreative Angebote mit Frauen in Flüchtlingscamps durchzuführen. 
Sehr inspiriert von den Erfahrungen im Irak, versuchte sie im Anschluss eine Art offenes Atelier für Geflüchtete in ihrer Praxis für Kunsttherapie in Potsdam anzubieten. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht und so wurde sie zur „Lernenden“. In ihrer Ausbildung zur Trauerbegleitung bei Chris Paul beschäftigte sie sich mit dem Thema Trauer und Flucht.

Es ging erst einmal darum, Beziehungen zu den Menschen aufzubauen, mehr über deren Kultur zu erfahren und zu lernen, ab wann und wie ein Angebot annehmbar ist. 
Das gelang und sie durfte viele sehr berührende Lebensgeschichten hören, von Leid, Verlusten, Trauma, aber auch von einem unglaublichen Willen zum Neubeginn, von einer Kraft, die den Menschen innewohnt und ein Sich-neu-Finden. Sie ist so dankbar, diese Menschen begleiten zu dürfen.

Da die Nachfrage nach Unterstützung wuchs, entschlossen ihr Mann und sie sich 2018 einen Verein zu gründen, damit sie die Angebote ausbauen konnten. So entstand der Verein SHiFT e.V. und das kunsttherapeutische Projekt „Farboase“ – ein Angebot für geflüchtete Frauen, die die Trauer um die vielen Verluste und traumatische Erlebnisse bearbeiten wollen. Ein geschützter Raum für Austausch und Kreativität. Eine Frau sagte einmal: „Danke Kerstin, dass du den „müden“ (sie meinte eigentlich: traurigen) Frauen hilfst. Eine andere Frau: „Hier komme ich zur Ruhe, es ist so schön, andere Frauen zu treffen, aber ich weiß auch, dass ich weinen darf. Zu Hause muss ich stark sein.“ 

Zwischenzeitlich gab es an 3 Standorten in Berlin und Potsdam die „Farboase“. Durch Corona mussten sie leider wieder  zurückfahren – in Berlin „ ruht“ das Projekt. Mittlerweile gibt es die Farboase, die auch vom Land Brandenburg gefördert wird, noch in Potsdam, Jetzt im Lockdown dürfen sie keine Gruppen anbieten, aber durch Hausbesuche wird der Kontakt, aufrecht erhalten. Sobald es möglich ist, werden die Gruppen wieder starten. Die Frauen warten schon darauf. Einzelbegleitungen in Kerstins Praxis finden weiterhin statt. 

Schmetterlings-Aktion im März

Ihr erinnert euch vielleicht an die Engel-Aktion von Nikolaus bis Weihnachten? Für Lovecrafts.info und meinen Blog „Das erste Trauerjahr“ habt ihr (manche sogar täglich) mit uns Engel gemalt. Es kamen so wunderschöne Bilder zusammen, die Freude verbreiten durften, deshalb haben Iris und ich uns überlegt, dass es doch schön wäre, wenn wir das auch mit Schmetterlingen ausprobieren würden. Von Janina Cornelius ist das Exemplar oben zur Inspiration für euch.

Die Schmetterlings-Aktion läuft folgendermaßen: Ab morgen, Montag, den 1. März 2021 malen wir täglich – oder so oft es geht – einen Schmetterling bis einschließlich Mittwoch, den 31. März 2021. Danach kommen endlich der April und Ostern. Am Ostersonntag veröffentlichen wir hier dann alle Exemplare.

Hoffentlich können wir uns bis dahin wieder etwas freier bewegen, weil die Impfungen ihre Wirkung tun. Bitte schickt uns nur Fotos von Bildern, die ihr extra für diese Aktion gemalt habt – basteln, backen oder handarbeiten geht natürlich auch – an info@trauerbegleiter.org. Wir hoffen, die Aktion bringt gleichermaßen Freude, Inspiration und Ablenkung in unseren Endspurt von Lockdown und Winter und wir freuen uns schon sehr auf eure bunten Falter.

Terminverschiebung

Coronabedingt muss ich die Trauer-Reise nach Graal-Müritz an der Ostsee im März auf die Zeit vom 26. – 30. April 2021 verschieben. Es sind noch Plätze frei. Ich hoffe, dass dieser Termin möglich sein wird. Ort und Konditionen bleiben gleich. Mehr Infos dazu hier.

Am 7. Mai 2021 …

… beginnt das nächste Online-Trauer-Seminar.

Alle sechs Monate beginnt seit Herbst 2015 nun eines dieser Seminare. Es gibt mittlerweile viele TeilnehmerInnen, die ihre Trauerarbeit damit unterstützt haben. Jetzt zu Corona-Zeiten, ist online wesentlicher und hilfreicher als je zuvor. Wer also kürzlich oder schon vor geraumer Zeit einen geliebten Menschen verloren hat, findet hier Impulse und Anregungen, die helfen, den eigenen Weg durch dir Trauer hindurch zu finden. Hier gibt es die Informationen dazu. Schreibt mir, wenn ihr Fragen habt an: info@trauerbegleiter.org.

Das Seminar dauert 12 Monate, kann aber jederzeit ohne Angabe von Gründen jeden Monat durch eine Nachricht per E-Mail beendet werden. Ein Versuch lohnt sich also.