Trauer-Online-Seminar – Start am 6. Mai 2016

Online-Trauer-Seminar: „Das erste Trauerjahr – Was kommt, was hilft, worauf Sie setzen können“

Hat man einen geliebten Menschen verloren, so kann man auch erst nach Monaten oder Jahren feststellen, dass man Unterstützung bei der Verarbeitung des Verlustes braucht. Oft ist es nicht möglich, sich einer Trauergruppe anzuschließen, einen Trauerbegleiter zu finden oder eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat und nach Wochen, Monaten oder Jahren immer noch einen großen Verlust empfindet und stark trauert. Dafür gibt es viele Gründe. Manche wohnen auf dem Land und es fehlt die nötige Infrastruktur, es gibt nicht genügend Plätze für Psychotherapie oder es gibt keinen passenden Therapeuten oder Trauerbegleiter. Vielleicht ist man gesundheitlich so eingeschränkt, dass man schlecht das Haus verlassen kann oder man kann sich einfach nicht vorstellen, einem fremden Menschen die innersten Gefühle mitzuteilen.

Wie kann das Online-Trauer-Seminar helfen?

Treffen einer oder mehrere Argumente aus dem oberen Abschnitt zu und man hat E-Mail und Internetanschluss, kann dieses Online-Trauer-Seminar eine Möglichkeit sein, sich regelmäßig mit dem Thema auseinander zu setzen, Unterstützung und Anregungen zu bekommen und für die eigene Trauerarbeit Impulse zu erhalten, die einen berühren und den Trauer-Prozess in Gang bringen, damit ein Leben ohne den geliebten Menschen möglich ist und die Liebe zu ihm, trotz seines Todes, einen festen Platz im Leben erhält.

Einen inneren Platz für den Verstorbenen

Wenn die Liebe weiter fließen kann und für den Verstorbenen ein innerer Platz gefunden und eingerichtet ist, so wird man ihn zwar weiterhin vermissen aber dennoch besteht durch den inneren Dialog mit ihm die Möglichkeit, dass dieser Mensch zu einem inneren Begleiter, Unterstützer und Ratgeber für die großen und kleinen Themen des Lebens werden kann. Bleibt man allerdings mit dem Trauerschmerz verhaftet, kann die Liebe nicht mehr auf die Art und Weise fließen wie bisher, und viele Trauernde stellen den Sinn des Lebens über Monate und Jahre in Frage, was sehr viel Kraft kostet und die Wiederkehr der Freude am Leben erschwert.

Was leistet das Online-Trauer-Seminar?

Das Online-Trauer-Seminar führt jeden Teilnehmer für sich durch die verschiedenen Schwierigkeiten, die sich durch einen Trauerfall ergeben. Der Kurs ist angelehnt an das Buch „Das erste Trauerjahr“, und führt jede Woche – immer zum Wochenende hin über Texte, Übungen, Affirmationen, Empfehlungen, Traumreisen durch einen 12-Monatigen Zyklus, in dem man sich den Themen ganz individuell stellen kann. Ob und wann die vorgeschlagenen Schritte angegangen werden, kann jeder ganz individuell entscheiden. Abgerundet wird das Seminar durch einen monatlichen Chat mit allen Seminar-Teilnehmern, während diesem mir Fragen gestellt werden können und ein Austausch untereinander statt finden kann, wenn es gewünscht ist.

Der gesamte Input des Seminars ist auf 12 Monate ausgelegt. Sollte ein Teilnehmer für sich das Gefühl haben, dass dieses Konzept für ihn nicht passt, kann der Kurs auch vor Ablauf der 12 Monate ohne größere Erklärungen unterbrochen oder beendet werden. Ebenso ist auch der Einstieg nach dem 6. Mai 2016 möglich.

Für wen ist das Online-Trauer-Seminar geeignet?

Teilnehmen kann jeder, der einen Verlust erlitten hat, auch wenn es schon länger her ist und/oder für das eigene Empfinden noch nicht ausreichend bearbeitet wurde. Auf Grund der Online-Situation und der Möglichkeit des individuellen Umgangs mit den Übungen, bietet der Kurs auch Hilfe bei der Verarbeitung von Verlusten, die für einen selbst oder für das Umfeld nicht unbedingt dramatisch genug erscheinen. So kann es sich eben auch um die Verlust-Verarbeitung von Ex-Partnern entfernten Verwandten, Freunden, Kollegen oder Haustieren handeln.

Übungen, Trauertagebuch und Chats während des Seminars sind keine Pflicht sondern Angebote, die nach Bedarf angenommen werden können.
Einstieg: Jederzeit möglich (für 12 Monate) – Das aktuelle Online-Seminar startete am Freitag, 6. Mai 2016
Voraussetzungen: E-Mail-Adresse und Internetzugang
Kosten: 15 € pro Monat / 180 € für den Gesamten Zeitraum
Der Beitrag für das Seminar kann vorab wahlweise monatlich oder als ermässigter Gesamtbetrag von 150 € überwiesen werden. Es ist nicht verpflichtend, 12 Monate zu buchen, sollte das Seminar sich als nicht passend erweisen.
Anmeldungen und Fragen unter: info@trauerbegleiter.org
Eine Buchungsbestätigung mit den Zahlungsmodalitäten bekommen Sie von mir dann per Mail zugesandt. 

 

Buchtipp: „Lost Places“ von Johannes Groschupf

Johannes Groschupf, 1963 in Braunschweig geboren, arbeitete in Berlin als Reisejournalist für große Zeitungen und Magazine und war 1994 für einen Reisebericht in Algerien unterwegs. Dort stürzte er mit einer Reisegruppe in einem Hubschrauber ab und überlebte diesen wie durch ein Wunder. Dem Flammeninferno mit Verletzungen entkommen, die er eigentlich nicht hätte überleben können, beginnt nun für ihn eine lange Zeit in der er damit beschäftigt ist, ins Leben zurück und einen neuen Weg für sich zu finden. Ihm wiederfährt, was vielen Menschen nach großen Krisen passiert: Nichts ist mehr wie zuvor.

23052.jpgIn seinem Buch: “Zu weit draußen” verarbeitet er zehn Jahre nach seinem Überleben, den Absturz und die Zeit danach. Das Buch ist zwar zur Zeit vergriffen aber ich konnte es gebraucht auf Amazon bekommen. Mich haben bereits die ersten Sätze gebannt. Ich war auf eine dramatische Geschichte gefasst und begriff sehr schnell: Das Schreiben hat Johannes Groschupf durch seinen beinahe tödlichen Unfall nicht verlernt. Er nimmt uns noch mal mit auf seine Reise zu den alten Höhlenmalereien in Algerien, die er mit einer Reisegruppe besichtigt. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass nur er die nächsten Stunden überleben wird. Wir dürfen dabei sein, wie er bei weniger als auf dem Nullpunkt beginnt, sich sein Leben neu zu erarbeiten. Berührend, nüchtern und Mut machend für jede andere Krise.

Hier geht es zum Beitrag: „Wie Phönix aus der Asche“. Dieser TV-Beitrag hat mich so berührt, dass ich mich gleich auf die Suche nach mehr über Johannes Groschupf gemacht habe. Es braucht solche Menschen wie ihn, die mit uns ihre dunkelsten Stunden teilen und die uns auf ihren Weg aus diesen Tiefen hinaus mitnehmen. Automatisch relativieren sich einige persönlich Krisen und man darf Mut fassen, sich selbst aus der eigenen Krise wieder herauszuholen.

In der Überschrift steht nicht umsonst: Buchtipps, denn durch sein erstes Buch gelingt ihm ein Durchbruch: Da es ihm nach der mehr als lebensbedrohlichen Krise nicht mehr möglich ist, an sein altes Berufsleben anzuknüpfen, doch Schreiben zu ihm gehört, beginnt er Jugendromane, die anfangs besonders in Berlin – Neukölln und später in Berlins Lost-Places spielen zu schreiben. Vier weitere Bücher sind von ihm erschienen:

  • „Hinterhofhelden“
  • „Der Zorn des Lammes“
  • „Das Lächeln des Panthers“
  • und „Lost Places“

Da mich die Berliner Industrie-Ruinen und ihre Geschichte sehr faszinieren, stelle ich euch sein Buch „Lost Places“ vor:51k4mfip1tl-_sx327_bo1204203200_

Die Jugendlichen Chris, Moe, Kaya, Steven und Lennart sind Urban Explorers: Im nächtlichen Berlin erkunden sie stillgelegte Fabriken, leer stehende Häuser und verfallene Krankenhäuser. Doch was als aufregendes Abenteuer beginnt, wird bald zu einem riskanten Unterfangen. Denn die verlassenen Gebäude bergen nicht nur Charme, sondern auch Schrecken. Als die Freunde in einem halb verfallenen Haus eine Leiche entdecken, wird es richtig gefährlich. Authentisch und spannend!

Yoga und Trauer

Heute gibt es einen Link zu einem Artikel von Melly. Melanie Probst ist Yogalehrerin in Mainz und beschäftigt sich schon einige Zeit damit, wie Yoga bei Trauer unterstützend wirken kann. Sie hat auch ihre Diplomarbeit darüber geschrieben. Dabei nimmt sie ihre eigene Erfahrung des Verlustes und die Trauer um ihre Mutter als Grundlage. Ich war und bin sehr begeistert von ihr und ihrer Arbeit, so habe ich sie vor ca. 3 Jahren zu einem Workshop nach Berlin eingeladen. Dazu muss ich sagen, dass ich nach wenigen Wochen nach Tom´s Tod selbst mit Yoga angefangen habe und sehr gerne damals schon mehr Wissen über Trauer und Yoga gehabt hätte, um diese Technik besser für mich nutzen zu können, denn leider war es vor 10 Jahren noch ehr selten, dass Yogalehrer auch Trauer in die Übungen mit einbezogen. Ich glaube auch heute noch ist es keine Selbstverständlichkeit. Jedenfalls fand ich Mellies Workshop in Berlin ganz wunderbar. Das Wichtigste bei Trauer und Yoga für mich ist das, was Melanie in ihrem Artikel über die Bewegung schreibt. Denn sanftes und achtsames Yoga in der Trauer – gerade in den erstarrten Phasen – zeigt dem Körper, dass die Bewegung möglich ist. Das ist natürlich nicht mit ein paar Yoga-Sessions erledigt, sondern erfordert viele Wiederholungen – eben den achtsamen Weg der kleinen Schritte.

Hier geht es zum Artikel von Melanie Probst, der im Juni 2014 im Yogajournal erschienen ist. Mellies Yogastudio findet ihr in der Mainzer Neustadt.

51ieqxhaul-_sx391_bo1204203200_Es gibt auch ein Buch über Trauer und Yoga das ich euch empfehlen kann: „Seelenyoga“: Nach einem schwerwiegenden Verlust steht das Leben äußerlich und innerlich Kopf – und genau darin liegt der Schlüssel zu innerem Wachstum: Wer Verluste aktiv durchlebt und sein Verhältnis dazu verändert, entdeckt ein tieferes Bewusstsein und neue Lebensqualität. Seelen-Yoga wurde von dem bekannten Yoga-Therapeuten Antonio Sausys entwickelt. Das spirituelle Übungsprogramm basiert auf dem traditionellen Yoga. Es begleitet den Prozess des Loslassens und hilft gezielt, körperliche und emotionale Leiden zu lindern. Alle Asanas werden genau erklärt und mit Fotos gut nachvollziehbar dargestellt. Der Autor verbindet erstmals die Philosophie des Yoga mit westlicher Psychologie und Hirnforschung. Seelen-Yoga schenkt die Kraft und das Vertrauen, sich selbst durch schwierige Gefühle verwandeln zu lassen und wieder zu einem freudvollen Leben zurück zu finden.

Und wer sich gerne das Yoga noch mehr verschönern möchte, kann es bei „Licht & Glück“ tun, dem Yoga-Shop von Anja Seelbach. In ihrem Online-Shop gibt es traumhaft schöne Yoga- und Augenkissen oder auch Angelwings, Nackenkissen und Schönes für die Seele.collagen903

 

 

TV-Tipp: Scobel auf 3Sat, Donnerstag, 22. September 2016 um 21 Uhr

Nach dem Trauma
Die Behandlung von Betroffenen ist meist langwierig
Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 25 Prozent der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aufgrund von Kriegserlebnissen und Fluchterfahrungen traumatisiert sind. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, aus eigener Kraft traumatische Erfahrungen zu verarbeiten. Und doch sind diese Menschen Teil unserer Gesellschaft.
Hier geht es zu weiteren Informationen. Für die, die den Beitrag verpasst haben, wird er noch einige Zeit in der 3Sat-Mediathek zur Verfügung stehen.

Herzkinder, Himmelskinder, Sternenkinder von Barbara Krzyzaniak

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Barbaras zauberhafte und berührende Figürchen fertigt sie für Eltern, die ein Kind vor oder kurz nach der Geburt verloren haben. Sie weiß wovon sie spricht, denn heute wäre die kleine Lilly 12 Jahre alt. Ihr und vielen anderen können die kleinen und filigranen Porzellanwesen bei der Verarbeitung des Verlustes helfen.

Sie selbst sagt: „Ich habe seit 13 Jahren ein Himmelskind im Herz und irgendwann stellte ich mir die Frage:

Wie sieht sie/er jetzt wohl aus? Da ich mir sicher war, dass es ein Mädchen geworden wäre, modellierte ich ein kleines HerzKindMädchen, was dann bei mir auf der Fensterbank stand. So würde meine Kleine heute aussehen – so entstand die Idee der °HerzKinder°.

Meine handmodellierten HerzKinder tragen das gleiche MarkenSignat, welches auch GOEBEL Porzellan verwendet. Ich habe vor 2 Jahren eine kleine Serie Figuren für GOEBEL entworfen, die es seit einem Jahr im Handel gibt.

Alle °HerzKinder° sind handemodellierte Unikate, ca. 11cm groß, aus tonähnlichem Material, mit PerlmuttHerz und Echtheitszertifikat. Sie kommen in einem weißen Organzasäckchen mit Anhänger °Du bist mein HerzKind°, wahlweise auch °Von Herzen°.

Falls Interesse besteht, melden Sie sich gern bei mir unter: Kunsthandwerk-von-der-Sieg-Barbara-Krzyzaniak@email.de

Hier gibt es eine ausführliche Beschreibung der Figuren und bald werden diese zauberhaften Wesen auch hier zu finden sein.

Und auf Facebook gibt es die Figürchen hier.

Buchtipp: Sophia, der Tod und ich

41SuuU-fFUL._AC_US320_QL65_Ich habe das Buch auf einer längeren Autofahrt als Hörbuch gehört und gehofft, dass diese Fahrt nicht ehr zu Ende ist, bis ich auch da Buch bis zum Schluss durchhören konnte, denn der Autor Thees Uhlmann hat einfach geniale Ideen, sich mit dem Tod und dem Sterben auseinander zu setzen. Schön fand ich auch, die Rückblenden in das Leben der Hauptfigur, in seine Kindheit und Pubertät. Viele Aspekte daraus kamen mir bekannt vor und wer Ende der 60er Jahre oder in den 70er Jahren, so wie Thees Uhlmann geboren wurde, kann sich vielleicht in dem einen oder anderen Erlebnis wiederfinden. Die Anekdoten regen zumindest sehr aktiv die Erinnerung an eigene Begebenheiten aus dieser Zeit an. Da Fahrt vor der Beendigung des Buches zu Ende war, konnte ich an diesem Abend nicht ehr zu Bett gehen, bevor ich das Hörbuch bis zum Schluss durch gehört hatte. Es hat mir wirklich sehr gut gefallen und in seinen Bann gezogen. Die Ideen und Verknüpfungen kommen so leicht und trotzdem gut durchdacht und überzeugend daher, dass sie es uns erleichtern unbeschwerter und mit neuem Blickwinkel auf das Thema Tod und Sterben zu blicken.

Hier der Klappentext zum Buch: Der Tod gibt sich die Ehre und bringt Leben in die Bude Der Tod klingelt an der Tür. Aber statt den Erzähler ex und hopp ins Jenseits zu befördern, gibt es ein rasantes Nachspiel. Ein temporeicher, hochkomischer, berührender Roman über die wirklich wichtigen Fragen des Lebens.

Vor der Tür des Erzählers steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet, er sei der Tod und wolle ihn mitnehmen. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Zwischen den beiden entspinnt sich eine absurdwitzige Diskussion, in der es um Kopf und Kragen, um die Insel Juist, den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Zu seiner Verwunderung gelingt es dem Tod nicht, den Erzähler sterben zu lassen. Ein spektakulärer Roadtrip beginnt. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.

Es geht auf eine Reise zwischen Himmel und Hölle – und um die Frage, ob es das alles überhaupt gibt. Eine Reise, die geprägt ist durch die Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen wie: Muss der Tod pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? – Und die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«? »Sophia, der Tod und ich« ist eine irrsinnig lustige, berührende Suada, druck- und kraftvoll in jeder Zeile. Man liest, lacht, zerfließt in Melancholie und birst vor Freude, dass man noch am Leben ist.

Thees Uhlmann ist auch ein begnadeter und leidenschaftlicher Musiker und mit seiner Band Tomte musikalisch viel unterwegs. Hier findet Ihr ein Interview über ihn als Musiker und Buchautor. Viel Vergnügen beim Lesen und schreibt mir gerne, wie ihr es findet!

TV-Tipp: Bewusst leben

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Am Sonntag, 14. August  2016 läuft ab 0 Uhr die 13-teilige Serie „Bewusst leben – Psychologie für den Alltag mit George Pennington“ auf ARD-alpha.

Ich bin schon ganz gespannt darauf, denn die Serie wird im Ganzen hintereinanderweg ausgestrahlt. Die 13 Folgen sind 10 oder 15 Minuten lang und handeln vom Umgang mit uns selbst und anderen. Gerade in der Trauerzeit sind wir nachdenklicher und empfindlicher. Bei kleinen Alltagskonflikten fragen wir uns manchmal, wie konnte es dazu kommen und wie hätten wir besser damit umgehen können? Ich hoffe auf ein paar Erklärungen und Antworten.

Hier die Zusammenfassung des Senders: Wie sagt man Nein ohne den Andern zu verletzen? Wie führt man ein schwieriges Gespräch? Wie geht man mit Gefühlen um? Diese und andere Fragen beantwortet George Pennington in dieser Serie. – Dabei zeigt sich, dass Psychologie durchaus praktische Anwendungen hat, die unsere Lebensqualität entscheidend verbessern können. Pennington, der Manager großer Unternehmen in persönlichen und sozialen Kompetenzen schult, präsentiert seine Themen auf eine klare und nachvollziehbare Art. Dabei vermittelt er keine Patentrezepte, sondern zeichnet Landkarten der Psyche, die bei der Orientierung im Alltag helfen und zum Nachdenken anregen.

George Pennington studierte Soziologie und Psychologie. Seit 1985 arbeitet er als selbstständiger Trainer und Coach in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Konfliktmanagement, persönliche und soziale Kompetenz, Stressmanagement, Kommunikations- und Beziehungstraining sowie Teamentwicklung. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Artikel zu den Themen Wahrnehmung und Bewusstsein.

  1. Wie funktioniert Mensch-sein
  2. Die Wahrnehmung
  3. Das Innehalten – Gewahr werden
  4. Das Unbewusste – kreative Möglichkeiten
  5. Das Unbewusste – Altlasten
  6. Was sind Emotionen
  7. Unser Umgang mit Emotionen
  8. Innere Ökologie – Gesunder Umgang mit Idealen
  9. Drei Arten von Motivation
  10. Körperliches Wohlsein als innere Mitte
  11. Die drei Alternativen im Umgang mit unserem Umfeld
  12. Gespräch – Verwaltung des inneren Raums
  13. Unser Umgang mit anderen

Wer nicht warten oder sich die Nacht nicht um die Ohren schlagen möchte, weil der die Serie nicht aufnehmen kann, kann sie hier bestellen:

 

Länger anhaltende Trauer ist keine Krankheit

Die WHO will eine länger als üblich anhaltende Trauer in den Katalog psychischer Störungen aufnehmen. Dagegen positioniert sich der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) entschieden. Trauer solle nicht als Krankheit missverstanden werden.

Trauer braucht Zeit

Trauer ist keine psychische Störung, sagt der DHPV

Trauer ist ein Prozess, der bei jedem Menschen unterschiedlich viel Zeit benötigt. Manchen Menschen gelingt es schon wenige Monate nach dem Tod eines geliebten Menschen, sich wieder dem Leben zuzuwenden, andere versinken über Jahre in tiefen Kummer, wenden sich von ihren Mitmenschen ab und sehen keinen Sinn mehr im Leben. Hilfe und Unterstützung kann jeder Mensch gebrauchen, der trauert. Dennoch ist Trauer normalerweise keine Krankheit, vielmehr ein wichtiger, auf Dauer heilsamer Prozess. Ob es sich allerdings bei einer besonders langanhaltenden Trauer um eine psychische Störung handelt, ist umstritten.

Trauer ist ein wichtiger Prozess

Derzeit wird die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebene internationale Klassifikation psychischer Störungen überarbeitet. In diesem Rahmen schlägt die Arbeitsgruppe der WHO für stressbezogene Störungen die Aufnahme der „anhaltenden Trauerstörung“ als eigenständige psychische Störung vor. Der Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) positioniert sich eindeutig dagegen.

Die Experten des DHPV befürchten, dass in Zukunft jede anhaltende Trauer als seelische Krankheit definiert wird. Die Bezeichnung „anhaltende Trauerstörung“ halten sie für irreführend, weil Trauerzeit sehr individuell und unterschiedlich sei. Durch Festlegungen von bestimmten Zeiten würden Prozesse der Trauer eingegrenzt und normiert werden. Zudem entstehen Störungen in diesen Prozessen nicht durch die Trauer an sich, sondern durch den Verlust einer nahen Bezugsperson, so die Vertreter der DHPV. Trauer hingegen habe heilende Kraft und könne beispielsweise dem Entstehen von Depressionen entgegenwirken.

Der Trauer Zeit geben

Professor Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV, erklärt: „Die unter dem Dach des DHPV organisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen und -dienste engagieren sich in vielen Städten und Gemeinden in der Begleitung trauernder Menschen, etwa in Trauer-Cafés, Trauergruppen oder auch durch Einzelbegleitungen. Gemeinsam treten wir dafür ein, der Trauer Zeit zu geben. Trauer ist unserem Verständnis nach eine natürliche Reaktion auf einen schweren Verlust. Sie ist notwendig, um mit dieser Situation umzugehen.“

Bei besonders schweren Verlusten, zum Beispiel beim Tod eines Kindes, sollte den betroffenen Menschen allerdings bei Bedarf eine ihnen entsprechende therapeutische Unterstützung ermöglicht werden. Auch andere Situationen, wie beispielsweise der Suizid eines Angehörigen, können zu „erschwerter Trauer“ führen. Hier benötigen die Betroffenen eine besondere Begleitung durch Personen, die für diese Aufgaben speziell geschult sind.

Der Artikel stammt von:  http://www.gesundheitsstadt-berlin.de/laenger-anhaltende-trauer-ist-keine-krankheit-10518/

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